Uri Geller

Uri Geller ist längst vergessen.

Der hat die Gabeln nur verbogen.

Hier hat ein Kraftprotz nach dem Essen

sie gleich zerbrochen – ungelogen.

auf dem Weg vor dem neuen Rewe Vier Linden

10. 09. 2019

 

Ganz schön dreist

Für mich war es eigentlich nie eine Frage:

Es spuken nur nachts die Geister.

Nun sehe ich einen am helllichten Tage.

Die werden auch immer dreister.

in einem Waldstück am Berghölzchen

08. 09. 2019


Ein Lächeln


Es huscht und raschelt, was kann das wohl sein?

Zunächst kann ich gar nichts entdecken.

Dann seh‘ ich sie, Mäuschen, niedlich und klein,

die sich in den Blättern verstecken.

Sie zaubern ein Lächeln in mein Gesicht.

Nur „einfangen“ kann ich sie leider nicht.

am Berghölzchen

08. 09. 2019

Albtraum?

Ich glaub‘, das ist ein neuer Sport.

Warum find‘ ich in einem fort

Schuhe, Stiefel und Sandalen,

aber stets in Einzelzahlen?

 

Hüpft man gern auf einem Beine?

Denn schon wieder fand ich eine

Sandale, die alleine war.

Wo ist die zweite zu dem Paar?

 

Ich hatte kürzlich einen Traum,

so merkwürdig, man glaubt es kaum.

Auf einem Bein hüpften umher

Tausend Leute, nein noch viel mehr.

 

Und jeder trug nur einen Schuh.

Das raubte mir die letzte Ruh‘.

Ich bin vor Schreck gleich aufgewacht,

schlief nicht mehr ein, die ganze Nacht.

 

 In Zukunft bleib‘ ich nicht mehr steh’n,

sollte ich einen Stiefel seh’n,

nur eine von zwei Sandaletten.

Aber ich möchte nicht d’rauf wetten.

am Neustädter Markt

24. 08. 2019


Sonnenblumen

Sonnenblumen, wie hübsch sie sind.

Sonnenblumen, ein ganzes Feld.

Ganz leise streichelt sie der Wind.

Ist sie nicht schön, unsere Welt?

 Am Galgenberg, Richtung Marienburger Höhe

14. 08. 2019

Nur geborgt


Geh‘ ich spazieren, schau‘ ich mich gern um.

Dann seh‘ ich vieles, das liegt einfach ’rum.

Handschuhe, Socken, ’ne Hose sogar.

Das sah ich alles, es ist wirklich wahr.

Ich frage mich manchmal, wer das wohl verliert.

Und seh‘ ich ’ne Hose, ob der wohl nicht friert.

Was ich heute sah, schlägt alles bisher.

Ich frag‘ mich, wo kommt dieses Schaffell her?

 

Wer gedankenlos so seinen Müll entsorgt

sollte wissen, die Erde ist nur geborgt.

Wie müssen wir unsere doch Kinder hassen,

wenn wir ihnen die Erde so hinterlassen.

gesehen am Königsteich

08. 08. 2019


Das letzte Streichholz

 

Der Strom fällt aus, es bläst der Wind

zum Fenster noch hinein.

Der bläst die Kerze aus geschwind.

Ja, muss das denn jetzt sein?

 

Im Dunkeln schleicht man sich zum Schrank

und fängt an zu tasten.

Dann findet man auch, Gott sei Dank,

Streichhölzer im Kasten.

 

Man schlägt das Briefchen auf, oh Schreck.

Ein Streichholz ist noch drin.

Die anderen sind alle weg.

Wo sind sie denn nur hin?

 

Ein letztes Streichholz, denkt man dann,

mehr brauche ich ja nicht.

Ich zünde meine Kerze an.

Dann hab‘ ich wieder Licht.

 

Das letzte Streichholz ist schon alt.

Und nun geht es ganz fix.

Es zischt, es brennt, dann wird es kalt.

Man denkt, das war wohl nix.

 

Das letzte Streichholz ist verbrannt.

Ach, sieht es elend aus.

Besser es sind, hat man erkannt,

genug davon im Haus.

04. 08. 19

„Gesangverein“

 

Vor langer Zeit auf dem Königstein:

Ich sah hinunter, sprach zu meinem Mann,

da unten steht ein Gesangverein.

Ob man hier oben das Lied hören kann?

 

Was mein Mann sich daraufhin wohl dachte?

Er gab mir das Fernglas in die Hand.

Schau mal genau, sagte er und lachte.

Ich nahm das Glas und schaute gespannt.

 

Da erkannte ich es ohne große Mühe

und musste ebenfalls lachen.

Der „Gesangverein“ war eine Herde Kühe.

Na, mit mir kann man’s ja machen.

 

Das wurde unser geflügeltes Wort.

Immer wenn Kühe kamen in Sicht

sah’n wir uns an und wir sagten sofort:

Ein „Gesangverein“, sieht man das nicht?

 

Daran dachte ich plötzlich und an uns beide.

Die Erinnerung war wieder da.

Vielleicht lag’s an den Kühen auf einer Weide,

die ich heute beim Spaziergang sah.

01. 08. 19

auf dem Rückweg vom Gut Steuerwald


Stille


In meinem Kopf ist es ganz seltsam still.

Wo Worte waren, fühl‘ ich ein Loch.

Sonst war es oft, dass ich dachte, ich will

heut‘ nichts schreiben und tat es dann doch.

 

Doch ich genieße die Stille in mir.

Freu‘ mich an der Landschaft, einfach so.

Ich zück‘ meinen Block nicht, füll‘ kein Papier

und fühle mich trotzdem richtig froh.

18. 07. 19


Die Stille hielt aber doch nicht lange an:

Seltsames Pferd

 

Da steht ein Pferd, dachte ich mir

und ging gleich näher ’ran.

Doch da entpuppte sich das Tier

als Schaf, na sieh mal an.

 

Ich bin, das will ich eingesteh’n,

sehr kurzsichtig, so’n Mist.

Das Schaf war auch nett anzuseh’n.

Es ist halt, wie es ist.

18. 07. 19

kurz vor dem Gestüt Steuerwald


Erinnerung


Ich gehe spazieren und denke an dich.

Acht Jahre ist’s her, da verließest du mich.

 

Ich saß bei dir und hielt deine Hand.

Solang‘, bis es riss, dein Lebensband.

Wie sollte es nun weiter geh’n?

Wie sollte ich das übersteh’n?

Das Schicksal zwang mich nicht in die Knie.

Ich hab‘ es geschafft und weißt du wie?

 

Auch im Tod hieltest du die Hand über mich.

Ich gehe spazieren und denke an dich.

11. 07. 19